Mit 105 PS aus 799 cm³ positioniert sich die Vitpilen 801 mitten im dicht besetzten Naked-Bike-Feld. Der Zweizylinder liefert kräftigen Durchzug und klingt dank seiner Zündfolge deutlich lebendiger als ein beliebiger Parallel-Twin. Auf kurvigen Strecken gefällt die Abstimmung: leichtfüßiges Handling, gute Rückmeldung am Vorderrad und genügend Reserven für späte Bremspunkte. Gleichzeitig bleibt die Sitzposition deutlich alltagstauglicher als bei der alten Vitpilen 701. Das Elektronikpaket ist umfangreich, allerdings wirken manche Funktionen erst mit optionalen Paketen vollständig. Mit 180 Kilogramm fahrfertigem Gewicht und einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h verbindet sie sportliche Reichweite mit urbaner Nutzbarkeit.
Der hohle LED-Scheinwerfer wirkt wie ein Designobjekt – und genau damit setzt die Vitpilen 801 sofort ihren eigenen Ton. Beim Druck auf den Starter folgt ein rauer, charaktervoller Zweizylinder-Sound, der deutlich mehr Persönlichkeit besitzt als viele glattgebügelte Mittelklasse-Nakeds. Auf der Landstraße überzeugt die Husqvarna mit leichtem Einlenken, sauberem Grip und einem kräftigen Punch aus der Kurvenmitte. Die Sitzposition ist sportlich, aber nicht mehr so kompromisslos wie bei der Vitpilen 701; der breite Lenker bringt Kontrolle und Alltagstauglichkeit. Beim harten Ankern könnten die Bremsen mehr Biss am ersten Druckpunkt liefern, ansonsten bleibt das Paket erstaunlich ausgewogen. Gegen KTM 790 Duke und Yamaha MT-09 wirkt sie weniger nüchtern, gegen die Triumph Street Triple 765 etwas weniger präzise, dafür eigenständiger und emotionaler.
Die Vitpilen 801 ist kein unauffälliges Vernunftmotorrad, sondern ein Naked Bike mit klarer visueller und akustischer Handschrift. Ihr Motor begeistert mit Druck und Charakter, das Fahrwerk mit Agilität und Vertrauen in Schräglage. Gegen KTM und Yamaha fehlt etwas Preis-Leistungs-Schärfe, dafür bietet die Husqvarna mehr Eigenständigkeit. Wer Stil, Punch und ein spielerisches Handling sucht, findet hier eine sehr reizvolle Mischung.
Die internationalen Tests zeichnen ein ziemlich geschlossenes Bild. Rider Magazine lobt die Kombination aus schnellem Einlenken, stabilem Kurvenverhalten und dem vertrauenerweckenden Grip der Michelin Road 6. RevZilla sieht in der 801 einen deutlichen Fortschritt gegenüber der Vitpilen 701: Der Zweizylinder läuft kultivierter, die Ergonomie ist entspannter und die Elektronik bietet deutlich mehr Einstellmöglichkeiten. Gleichzeitig wird das TFT-Display nicht als besonders übersichtlich bewertet. Cycle News hebt das eigenständige Design, den druckvollen Motor und die agile Fahrwerksabstimmung hervor, kritisiert aber den eher durchschnittlichen Bremsbiss und die kostenpflichtigen Extras wie Quickshifter oder Tempomat. Unterm Strich gilt die Vitpilen 801 in den Tests als charakterstarke Alternative zur KTM 790 Duke, nicht als deren bloße Designvariante. Quellen: ridermagazine.com; revzilla.com; cyclenews.com. Voir la source