Mit ihrem unverkleideten Konzept setzt die Tuono 457 den sportlichen Grundgedanken der RS 457 alltagstauglicher um. Der 457-cm³-Zweizylinder liefert 47,6 PS und 43,5 Nm, wobei sich die Kraft angenehm linear aufbaut und im mittleren Drehzahlbereich besonders überzeugend anfühlt. Das geringe Gewicht von 175 Kilogramm unterstützt die flinke Reaktion auf Lenkimpulse, während die Sitzposition lange Etappen weniger fordernd gestaltet als auf einem Supersportler. Bis 180 km/h bleibt die Maschine souverän, auch wenn der Windschutz naturgemäß begrenzt ist. Mit Ride-by-Wire, Fahrmodi, Traktionskontrolle und TFT-Anzeige wirkt sie modern, ohne den mechanischen Fahrspaß zu überdecken.
Agilität, Punch, Kontrolle und Charakter – genau damit empfängt mich die Tuono 457 schon auf den ersten Metern. Der 270-Grad-Zweizylinder hängt direkt am Gas, schiebt ab mittleren Drehzahlen energisch an und klingt deutlich emotionaler, als es die Hubraumklasse vermuten lässt. In engen Kurven spielt die Aprilia ihre Stärken aus: ein leichtfüßiger Richtungswechsel, viel Vertrauen am Vorderrad und ein Chassis, das beim Anbremsen sauber auf Linie bleibt. Die Sitzposition ist aufrechter als bei der RS 457, ohne den sportlichen Anspruch zu verlieren. Gegen eine Kawasaki Z500 wirkt sie charaktervoller und fahraktiver, gegenüber der KTM 390 Duke kultivierter und weniger nervös. Die Tuono ist keine radikale Abrissbirne, sondern eine präzise, zugängliche Hyper Naked mit echtem italienischem Temperament.
Die Aprilia Tuono 457 ist eine der emotionalsten Maschinen in der A2-nahen Naked-Bike-Klasse. Ihr Zweizylinder verbindet Punch, Klang und Alltagstauglichkeit besser als viele nüchterne Wettbewerber. Das agile Fahrwerk macht Kurven zum eigentlichen Argument. Abstriche gibt es bei Bremsreserven, Komfortdetails und der begrenzten Höchstgeschwindigkeit. Wer Charakter statt bloßer Vernunft sucht, liegt hier richtig.
Die internationalen Tests zeichnen ein sehr einheitliches Bild: Die Tuono 457 wird für ihren charaktervollen Zweizylinder, die leichtfüßige Kurvenarbeit und die zugängliche Ergonomie gelobt. BikeWale hebt beim Modelljahr 2026 besonders die überarbeitete Abstimmung des Fahrwerks hervor, die Unebenheiten besser filtert, ohne die präzise Handlichkeit zu opfern. Rider Magazine beschreibt den Motor als drehfreudig und im Sport-Modus spürbar lebendig, sieht aber bei höheren Drehzahlen mehr Vibrationen und bei den Bremsen nur durchschnittliche Reserven. Visordown bewertet die Aprilia als spielerisch, unkompliziert und hochwertig wirkend, merkt jedoch an, dass Komfort und Fahrwerksfeinheit nicht ganz das Niveau größerer Naked Bikes erreichen. Insgesamt gilt sie als sportliche, charakterstarke Alternative zu Kawasaki Z500 und KTM 390 Duke. ([bikewale.com]) Quellen: bikewale.com; youtube.com; visordown.com. Voir la source