Mit der neuen Brutale Serie Oro schlägt MV Agusta ein deutlich erwachseneres Kapitel auf. Der 931-cm³-Dreizylinder liefert 148 PS und 107 Nm, klingt dabei nicht nur präsent, sondern baut seine Kraft auch sehr charaktervoll auf. Auf kurviger Strecke gefällt die Kombination aus direktem Einlenken, stabiler Front und kräftigem Herausbeschleunigen, während die überarbeitete Sitzposition längere Etappen angenehmer macht. Das Fahrwerk verspricht viel Reserven, verlangt aber nach einer sauberen Abstimmung, wenn schnelle Wechselkurven und schlechte Asphaltstellen zusammenkommen. Mit 260 km/h Höchstgeschwindigkeit, Euro 5+ und moderner Assistenz ist sie technisch auf der Höhe, bleibt aber vor allem eine Maschine für Fahrer, die Exklusivität und Emotion höher bewerten als maximale Alltagsschlichtheit.
Der schmale LED-Scheinwerfer wirkt wie ein Blick, der schon im Stand provoziert – und genau damit trifft die Brutale Serie Oro ihren Kern. Sie ist keine zurückhaltende Landstraßenmaschine, sondern ein emotionales Statement mit sichtbarer Technik, Carbon-Details und jener italienischen Konsequenz, die jede Ausfahrt besonders macht. Beim Einlenken fällt sofort auf, wie viel leichter sie sich trotz 195 Kilogramm anfühlt: Der breite Lenker gibt Vertrauen, die Front bleibt präzise, und aus engen Kurven schiebt der Dreizylinder mit kräftigem Punch heraus. Die Sitzposition ist gegenüber der Brutale 800 erwachsener und weniger belastend für Handgelenke und Schultern, die Fußrasten bleiben allerdings sportlich. Im Vergleich zu Ducati Streetfighter V2, Triumph Street Triple 765 RS oder KTM 990 Duke wirkt die MV exklusiver und charakterstärker, aber auch kompromissbereiter. Ihre größte Stärke ist nicht ein einzelner Messwert, sondern das Zusammenspiel aus Sound, Ansprechverhalten, Elektronik und mechanischem Gefühl.
Diese Brutale ist keine gewöhnliche Naked-Bike-Neuheit, sondern ein sorgfältig inszeniertes Sammlerstück mit echtem Fahrwert. Der Dreizylinder verbindet Punch und Drehfreude, das Fahrwerk liefert die passende Präzision. Gegenüber der 800 RR wirkt die Serie Oro reifer und zugänglicher. Wer eine rationale Allrounderin sucht, findet günstigere Alternativen; wer Charakter sucht, kaum eine eindrucksvollere.
Die ersten internationalen Berichte zeichnen ein überwiegend begeistertes Bild der neuen Brutale Serie Oro. Besonders häufig gelobt werden das eigenständige Design, der kräftige 931-cm³-Dreizylinder und die deutlich entspanntere Ergonomie gegenüber der früheren Brutale 800 RR. Bei einer ersten Prototypenfahrt beschreibt Alan Cathcart die Beschleunigung als ausgesprochen eindrucksvoll und hebt den elastischen Durchzug zwischen 4.000 und 7.000 U/min hervor. Gleichzeitig wird angemerkt, dass die Gasannahme bei niedrigen Drehzahlen noch etwas ruppig wirken kann und die sportlich positionierten Fußrasten nicht jedem Fahrer gefallen dürften. Die offizielle Ausstattung mit Öhlins-Fahrwerk, umfangreicher Elektronik, Quickshifter und nur 300 Exemplaren verstärkt den exklusiven Anspruch. Insgesamt sehen die Medien die MV weniger als nüchterne Vernunftentscheidung, sondern als emotionalere und hochwertigere Alternative zu Streetfighter V2, Street Triple RS und 990 Duke. Quellen: mvagusta.com; mvagusta.com; brm.co.nz. Quelle ansehen