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Im Modelljahr 2027 bleibt das Grundrezept unverändert: ein hochdrehender Reihenvierzylinder trifft auf eine lange, stabile Crossover-Geometrie und ein elektronisch fein abgestimmtes Fahrwerk. Mit 170 PS und 114 Nm besitzt die BMW deutlich mehr Reserven, als man im Alltag regelmäßig abrufen kann, gerade auf kurvigen Landstraßen wird daraus aber ein beeindruckender Punch am Kurvenausgang. Die 227 Kilogramm verschwinden beim Rollen erstaunlich gut, weil der breite Lenker viel Hebelwirkung liefert und die Balance stimmt. Beim harten Anbremsen vermittelt die XR viel Vertrauen, während die Elektronik den Übergang zwischen maximalem Grip und leichtem Schlupf sauber kontrolliert. Im Vergleich zur Yamaha Tracer 9 GT+ wirkt sie kompromissloser und sportlicher, gegenüber einer Ducati Multistrada V4 fokussierter und weniger komfortbetont. Ihre Stärke liegt darin, dass sie keine Disziplin nur halb beherrscht.
Agilität, Punch und Kontrolle – genau damit packt mich die S 1000 XR vom ersten Kurveneingang an. Der Vierzylinder hängt direkt am Gas, dreht gierig hoch und liefert beim Herausbeschleunigen genau den Druck, den man von einer BMW mit S-Motor erwartet. Trotzdem wirkt sie nicht nervös: Die Front bleibt satt, der Grip ist transparent und beim Anbremsen lässt sich der Bremspunkt erstaunlich spät setzen. Mit ihrer aufrechten Sitzposition fährt sie sich zugänglicher als eine S 1000 RR, ohne deren sportliche Gene zu verleugnen. Gegenüber einer R 1300 GS ist sie klar asphaltorientierter, schneller und präziser, während eine Ducati Multistrada V4 emotionaler und komfortabler wirkt. Die XR bleibt die konsequenteste Mischung aus Sportmotorrad, Reisebegleiter und Alltagscrossover – technisch kühl, fahrerisch aber keineswegs charakterlos.
Die BMW S 1000 XR bleibt ein außergewöhnlich schnelles und vielseitiges Crossover-Motorrad. Ihr Reihenvierzylinder liefert Gänsehaut, die Ergonomie macht lange Etappen möglich, und das Fahrwerk hält auch im sportlichen Einsatz sauber dagegen. Wer Charakter über mechanisches Drama definiert, findet emotionalere Alternativen. Wer Präzision, Punch und Alltagstauglichkeit sucht, landet weiterhin sehr weit oben.
Die bisherigen Tests zeichnen ein sehr geschlossenes Bild der S 1000 XR. Gelobt werden vor allem der drehfreudige Vierzylinder, die breite nutzbare Leistungsentfaltung und die Kombination aus aufrechter Sitzposition und sportlicher Präzision. 1000PS beschreibt sie als reife, klar fokussierte Mischung aus Tourenmotorrad und Supersportler, merkt aber an, dass das Fahrwerk trotz elektronischer Anpassung nicht immer besonders komfortabel wirkt. ([1000ps.com]) Gazzetta hebt im kurvigen Terrain die starke Beschleunigung, die präzise Traktionskontrolle, die wirksamen Bremsen und das sichere Einlenkverhalten hervor. ([gazzetta.it]) Ein aktueller Test von Torque & Throttle bestätigt die Vielseitigkeit, berichtet jedoch von gelegentlicher Zurückhaltung beim Anfahren und kleinen Unsauberkeiten im Bereich des ersten Gangs. View the source