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BMW positioniert die M 1000 XR oberhalb der S 1000 XR und verleiht dem bekannten Crossover-Konzept deutlich mehr Rennsportcharakter. Ihr Vierzylinder stammt technisch aus der Supersportler-Familie, bleibt dank variabler Ventilsteuerung aber auch im Alltag kontrollierbar und sauber dosierbar. Mit 201 PS, 113 Nm und 223 Kilogramm fahrfertigem Gewicht entsteht ein außergewöhnliches Verhältnis aus Langstreckentauglichkeit und kompromissloser Beschleunigung. In schnellen Kurven helfen die aerodynamischen Flügel, die Front ruhig zu halten, während das elektronische Fahrwerk zwischen Komfort, Straße und Angriff wechseln kann. Gegenüber einer Ducati Multistrada V4 Pikes Peak wirkt die BMW fokussierter und hochdrehender, gegenüber einer KTM 1290 Super Duke GT weniger emotional im unteren Drehzahlbereich, dafür präziser und souveräner bei hohem Tempo. Das Ergebnis ist ein Motorrad für Fahrer, die aufrecht sitzen, aber supersportlich fahren möchten.
Agilität, Punch, Kontrolle, Charakter – die M 1000 XR liefert beim ersten Kurvenwechsel sofort das komplette Programm. Sie fällt leicht in Schräglage, bleibt auch beim harten Anbremsen stabil und feuert beim Herausbeschleunigen mit einer Vehemenz aus den Kehren, die man einer aufrecht sitzenden Crossover kaum zutraut. Der Reihenvierzylinder wirkt unten herum erstaunlich kultiviert, baut ab mittlerer Drehzahl aber derart druckvoll auf, dass saubere Gasdosierung und ein klarer Bremspunkt wichtiger sind als Mut. Das Fahrwerk hält die Linie präzise, die Bremsanlage lässt sich fein anlegen und spürbar aggressiv verzögern. Gegenüber der S 1000 XR ist sie deutlich kompromissloser, gegen Ducati Multistrada V4 Pikes Peak und KTM 1290 Super Duke GT sportlicher und radikaler. Dafür verlangt sie mehr Konzentration und bleibt beim Touring weniger praktisch. Die M 1000 XR ist kein bequemes Vernunftmotorrad, sondern ein Supersportler mit breitem Lenker und erstaunlich guter Alltagstarnung.
Die BMW M 1000 XR ist die konsequenteste Interpretation einer sportlichen Crossover. Sie verbindet messerscharfes Handling mit einem Motor, der auf langen Geraden und aus engen Kurven gleichermaßen beeindruckt. Alltag und Komfort bleiben erhalten, treten aber klar hinter Performance zurück. Wer diese Mischung sucht, findet kaum eine vergleichbare Maschine.
Die veröffentlichten Tests zeichnen ein ungewöhnlich einheitliches Bild: Die M 1000 XR fährt sich trotz ihrer stattlichen Masse überraschend leicht und präzise. MOTORRAD hebt den Mix aus aufrechter Sitzposition, enormem Durchzug und hoher Stabilität hervor, sieht aber gerade im fehlenden Kofferfokus einen klaren Hinweis auf die sportliche Ausrichtung. Cycle News beschreibt den Motor bei niedrigen Drehzahlen als gutmütig, bei geöffnetem Gas jedoch als beinahe überwältigend brutal; gleichzeitig lobt der Test die komfortable Ergonomie und das agile Fahrwerk. 1000PS betont ebenfalls die erstaunliche Handlichkeit auf kurvigen Straßen und die Wirkung der elektronischen Fahrwerksregelung. Als wiederkehrende Einschränkungen bleiben der hohe Sitz, der ambitionierte Preis und die Frage, wie oft sich die enorme Leistung auf öffentlichen Straßen sinnvoll nutzen lässt. ([motorradonline.de]) Quellen: bmwmotorcycles.com; bmw-m.com; press.bmwgroup.com. View the source