Mit 208 PS aus 998 cm³ spielt die Brutale 1000 RR 25 in der obersten Liga der unverkleideten Sportmotorräder. Ihr Reihenvierzylinder liefert nicht nur brutalen Durchzug, sondern auch diesen typischen MV-Charakter: unten kontrolliert, in der Mitte druckvoll und oben heraus beinahe maßlos. Die Sitzposition ist deutlich radikaler als bei vielen klassischen Streetfightern, was auf kurvigen Strecken Vorteile bringt, im Stadtverkehr aber Handgelenke und Rangiermanöver belastet. Der präzise Quickshifter, die fein abgestimmten Fahrerassistenzsysteme und das hochwertige Fahrwerk helfen, die Leistung sauber auf den Asphalt zu bringen, ersetzen jedoch nicht die nötige Disziplin am Gasgriff. Gegenüber KTM 1390 Super Duke R, BMW M 1000 R und Ducati Streetfighter V4 wirkt die MV weniger massenkompatibel, dafür exklusiver, emotionaler und stärker auf den engagierten Fahrer zugeschnitten. Sie ist kein Motorrad für nebenbei, sondern ein sehr schneller, sehr lauter und sehr besonderer Termin im eigenen Kalender.
Diese Winglets an der Front vergisst man nicht – sie machen aus der Brutale 1000 RR schon im Stand ein mechanisches Statement. Beim Aufsteigen sitzt man nicht einfach auf einem Naked Bike, sondern fällt in eine nach vorn gespannte Kampfhaltung: hoher Druck auf den Händen, viel Last auf dem Vorderrad, klare Ansage für schnelle Kurven. Der Vierzylinder hängt gierig am Gas, baut seinen Punch zunächst kontrolliert auf und verwandelt sich mit steigender Drehzahl in eine geradezu süchtig machende Gewalt. Beim Anbremsen liefert die Front enorme Rückmeldung, bleibt stabil und lässt sich präzise bis zum Scheitelpunkt führen. Die Brutale lenkt nicht so leichtfüßig wie eine KTM 1390 Super Duke R und wirkt weniger zugänglich als eine BMW M 1000 R, dafür vermittelt sie mehr mechanische Nähe und Exklusivität. Ihre Besonderheit ist die Verbindung aus Kunstobjekt, Hochleistungsmaschine und bewusst forderndem Fahrerlebnis. Wer Komfort und Alltag sucht, findet bessere Lösungen; wer jeden Kilometer als Ereignis erleben will, landet bei der MV genau richtig.
Die Brutale 1000 RR 25 ist ein extremes Naked Bike mit spektakulärer Optik, gewaltigem Vierzylinder und einer Front, die in schnellen Kurven Vertrauen schafft. Sie fährt präzise, bremst stark und belohnt einen aktiven Fahrstil. Gegen die zugänglicheren Konkurrenten verliert sie bei Komfort und Alltag, gewinnt aber bei Exklusivität und emotionaler Wirkung. Für Genießer schneller Linien ist sie eine der faszinierendsten Maschinen ihrer Klasse.
Die internationalen Tests zeichnen ein ziemlich einheitliches Bild: Die Brutale 1000 RR wird vor allem für ihr außergewöhnliches Design, den extrem kraftvollen Vierzylinder und die hohe Präzision des Fahrwerks gefeiert. Cycle News beschreibt sie als kompromissloses Angriffsnakedbike mit auffälliger Kunst- und Mechanik-Inszenierung, weist aber auch auf die sportlich gespannte Ergonomie hin. ([cyclenews.com]) MCNews lobt besonders die kommunikative Front, das stabile Kurvenverhalten und die starken Brembo-Bremsen, kritisiert jedoch den engen Lenkeinschlag, die Bedienlogik und eine teils ruppige Gasannahme. ([mcnews.com.au]) Ultimate Motorcycling hebt die inzwischen sehr geschmeidige Kraftentfaltung, die intuitive Handhabung und die souveräne Bremsstabilität hervor, ordnet die MV aber klar als teures und forderndes Luxus-Hyperbike ein. Quelle ansehen