Motorsound
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Unter dem markanten Auftritt arbeitet die bekannte Suzuki-Mittelklasse-Plattform mit 776 cm³ Hubraum, 83 PS und 78 Nm Drehmoment. Das klingt auf dem Papier nicht spektakulär, fühlt sich auf der Straße aber ausgesprochen kräftig und kontrollierbar an. Beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven liefert der Zweizylinder genau den Punch, den man im Alltag häufig stärker vermisst als Spitzenleistung. Mit 203 Kilogramm bleibt die Maschine stabil, ohne beim Richtungswechsel träge zu wirken. Die Höchstgeschwindigkeit von rund 215 km/h reicht für zügige Autobahnetappen locker aus, während die Ergonomie auch längere Tage im Sattel zulässt. Als Power Edition gewinnt sie ihren Reiz weniger aus radikaler Mehrleistung als aus der Verbindung von markanter Optik, souveränem Antrieb und hoher Bedienfreundlichkeit.
Agilität, Punch, Kontrolle, Charakter – die GSX-8TT Power Edition bringt genau diese vier Dinge erstaunlich sauber zusammen. Schon beim Einlenken wirkt sie kompakt und leichtfüßig, obwohl sie kein Fliegengewicht ist. Der 270-Grad-Zweizylinder schiebt aus niedrigen Drehzahlen kräftig an, bleibt dabei aber so berechenbar, dass man am Kurvenausgang früh ans Gas gehen kann. Genau dort liegt ihre Stärke: nicht im wilden Beschleunigungsrausch, sondern im satten, nutzbaren Druck zwischen Kehre und nächstem Bremspunkt. Die Bremsanlage liefert klare Verzögerung, könnte sportlich gefahren jedoch noch mehr Rückmeldung über den Reifenaufstand bieten. Das Fahrwerk arbeitet auf öffentlichen Straßen angenehm souverän, verliert bei sehr hohem Tempo auf welligem Asphalt aber etwas Präzision. Gegen eine Triumph Trident 660 wirkt die Suzuki kräftiger und erwachsener, gegen eine Yamaha XSR900 fehlt ihr der letzte dramatische Punch. Dafür bietet sie mehr Gelassenheit, Alltag und echten Retro-Charme.
Die Suzuki GSX-8TT Power Edition ist keine verkleidete Rennmaschine, sondern eine charaktervolle Street-Begleiterin mit ordentlich Druck. Sie fährt sich leicht, bremst berechenbar und macht auf kurvigen Landstraßen besonders viel Freude. Wer maximale Schärfe sucht, findet bei stärkeren Naked Bikes mehr Reserven. Wer Stil, Alltag und ein sattes Fahrgefühl verbinden möchte, bekommt hier ein sehr stimmiges Gesamtpaket.
Die internationalen Tests zeichnen ein ziemlich einheitliches Bild: Die GSX-8TT kommt vor allem über ihren eigenständigen Retro-Auftritt, bleibt darunter aber eine moderne und sehr zugängliche Mittelklasse-Sportlerin. Mehrere Tester loben den kräftigen Durchzug des Parallel-Twins, die gutmütige Balance und den unkomplizierten Umgang im Stadtverkehr sowie auf schnellen Landstraßen. Die kleine Verkleidung wird nicht als echter Tourenschutz verstanden, reduziert den Winddruck auf längeren Etappen aber spürbar. Ebenfalls positiv fallen Schaltung, Quickshifter und die vielseitige Elektronik auf. Kritischer beurteilen die Tests das nur begrenzt einstellbare Fahrwerk, die eher zurückhaltende Rückmeldung der Reifen und den nachlassenden Nachdruck im oberen Drehzahlbereich. Ein wiederkehrender Tenor lautet deshalb: Die 8TT ist besonders stark als stilvolle, schnelle Alltagsmaschine, nicht als kompromissloser Kurvenjäger. Der Aufpreis gegenüber der GSX-8S wird überwiegend als Design- und Charakterprämie verstanden. Quelle ansehen