Mit ihrem 451-cm³-Reihenzweizylinder nutzt die Kawasaki Eliminator 500 denselben modernen Motorenkern wie Ninja 500 und Z500, interpretiert ihn aber deutlich entspannter. Die 45,4 PS reichen für kräftiges Anfahren, zügige Überholmanöver und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 170 km/h, ohne den Fahrer mit aggressiver Leistungsabgabe zu fordern. Besonders überzeugend ist das Zusammenspiel aus 176 Kilogramm Gewicht, niedriger Sitzhöhe und mittig positionierten Fußrasten: Im Alltag bleibt die Maschine unkompliziert, auf kurvigen Strecken lässt sie sich dennoch aktiv fahren. Die Federelemente sind einfach und bei harten Bodenwellen nicht besonders komfortabel, während die Bremsanlage mit ABS sauber und kontrollierbar arbeitet. Im Vergleich zur Honda Rebel 500 wirkt die Kawasaki leichter und sportlicher, gegen größere Cruiser fehlt ihr allerdings etwas Langstreckenkomfort und emotionale Klangkulisse.
Schon im Stadtverkehr fällt auf, wie leicht sich die Eliminator 500 durch enge Lücken, Kreisverkehre und beim Rangieren anfühlt. Auf der Landstraße zeigt sie dann ihre eigentliche Besonderheit: Sie ist kein träger Cruiser, sondern ein erstaunlich agiles Motorrad mit tiefem Schwerpunkt, neutralem Einlenken und einem Motor, der gern über die Mitte hinausdreht. Beim Anbremsen bleibt sie stabil, die Bremse lässt sich sauber dosieren, und in Wechselkurven macht sie mehr Tempo mit, als die entspannte Optik vermuten lässt. Der Reihenzweizylinder liefert seinen Punch eher linear als dramatisch, wirkt aber dank des niedrigen Gewichts jederzeit munter. Gegenüber der Honda Rebel 500 fährt die Kawasaki leichter und fahraktiver, während die Royal Enfield Meteor 350 deutlich gemütlicher auftritt. Die Kehrseite sind einfache Federelemente, wenig Windschutz und ein eher nüchterner Klang. Trotzdem ist die Eliminator 500 ein charakterstarker Alltags-Cruiser, der Einsteiger nicht überfordert und erfahrenen Fahrern überraschend viel Kurvenspaß bietet.
Die Kawasaki Eliminator 500 ist ein Cruiser für Fahrer, die keine schwere Showmaschine, sondern ein leichtes und vielseitiges Motorrad suchen. Ihr drehfreudiger Zweizylinder, das niedrige Gewicht und die erstaunlich agile Fahrweise machen sie im Stadtverkehr ebenso stark wie auf kurvigen Landstraßen. Abstriche gibt es bei Ausstattung, Federung und Sound. Wer damit leben kann, bekommt einen zugänglichen A2-Cruiser mit echtem Funbike-Faktor.
Die internationalen Tests zeichnen ein bemerkenswert einheitliches Bild. Motorradtest.de lobt die sehr leichte Beherrschbarkeit, den lebendigen Motor und den hohen Spaßfaktor, kritisiert aber die einfache Ausstattung und den zurückhaltenden Sound. Bennetts BikeSocial beschreibt die Eliminator als besonders zugänglichen Cruiser mit sanfter Gasannahme, gutmütiger Leistungsentfaltung und stabilem Verhalten auf kurvigen Landstraßen. Gleichzeitig werden das wenig informative Vorderradgefühl, die begrenzte Federungsreserve und die nicht ganz cruiser-typische Ergonomie angesprochen. MoreBikes hebt vor allem das niedrige Gewicht im Vergleich zur Honda Rebel 500 hervor. Auch dort gilt die Kawasaki als flink und A2-tauglich, während ihr etwas mehr Charakter beim Klang und bei der Ausstattung fehlen könnte. Insgesamt wird sie als unkomplizierte, leichte und preislich attraktive Alternative im Mittelklasse-Cruisersegment bewertet. Quellen: morebikes.co.uk; motorradtest.de; bikereview.info. Quelle ansehen